UNPLATZ! FESTIVAL
12. | 19. | 26. JUNI 2026
Donaucity-Kirche, Platz der Vereinten Nationen, Wien Donaustadt

Am Rande des 22. Bezirks gibt es einen Platz, den kaum jemand kennt – obwohl sein Name weltpolitische Bedeutung trägt: den Platz der Vereinten Nationen. Dort steht man vor der UN. Hier sagt niemand was, stark weht der Wind und alles ist still. Rundherum Hochhäuser, Glas, Beton, Sicherheitszonen, Kameras, Big Business und internationale Politik. Auf dem Platz selbst: eine schwarze Kirche mit einer durchlöcherten Fassade aus Stahl, der Innenraum aber ganz in Holz und voller Licht.
„UNPLATZ“ ist ein mehrjähriges Projekt, das durch künstlerisch-architektonische Installationen und performative Interventionen Öffentlichkeit schafft. Denn diesem Ort fehlt es nicht an Architektur, sondern an Bedeutung. Diskursräume und Pop-up-Formate setzen genau dort an und reflektieren die UNO-City nach 25 Jahren nicht mehr nur als Sicherheitszone und exterritorialen Raum, sondern als gemeinsamen Ort.
PROGRAMM
12. JUNI — HURRAM-TAMTAM
| 18:00 |
TUTTI DILEMMA Full Power Crazy Keyboard Pop-Punk Rap’n’Roll UNSICHTBAR Platzmuster / Clemens Matura, Andreas Hinterholzer, Lea Plishtiev |
| 18:45 |
ERÖFFNUNGSSTATEMENTS Christine Hohenbüchler, Wolfgang Kimmel, Christian Stromberger |
| 19:00 |
POLGAR VOICES Schulchor / Leitung: Sara Starzinger, Sylvia Stiller-Weidlitsch, Matthias Schoberwalter. Mit auf der Bühne: Wiener Komponist Florian Kovacic. |
| 19:30 |
TRUBAČI BEČ Blechbläser-Ensemble für Balkan Ramba-Zamba |
| 19:45 |
BITTE DANKE Fassaden-Installation Donaucity-Kirche / Milan Mijalkovic BLANK Fahnen-Prozession / Daniel Gorb, Luca Ligotti |
| 20:00 |
POSITION + Eröffnung Gruppenausstellung in der Donaucity-Kirche mit Beiträgen von: Olum Ismael Ismet Basaran, Nalim Civoklajim, Gregor Eldarb, Wolfgang Gärber, Gangart, Heidulf Gerngross, Armina Hatic, Franziska Helmreich, Hai Hogo, Christine und Irene Hohenbüchler, Moya Hoke, Anmil Jalkovićmi, Parsa Khalili, Paul Kitzmüller, Thomas Kranabetter, Gerhard Leixl, Brigitte Mahlknecht, Milan Mijalkovic, Milan Mladenovic, Filip Lav Nikoljski, Julian Palacz, Elisabeth Penker, Arnold Reinthaler, Roland Reiter, Teresa Reiter, Markus Benjamin Riedler und David Mase, Angelo Rowenta, Nino Sakandelidze, Isabella Salvo, Station Rose, Celine Struger, Billi Thanner, Time Gates, Laura Wegscheider, Osama Zatar. Ausgestellte Werke.PDF |
| 20:30 |
BOTSCHAFT AN DIE JUNGEN GENERATIONENRede / Milan Mijalkovic HARFENKONZERT Antonia Dosti |







(Foto Credits: Thomas Kranabetter)
19. JUNI — INTERVENTION
| 18:00 |
NEW CHOIR Sakral und experimentell / Leitung: Pavel Naydenov |
| 18:30 |
UN SCHULD Objekt der Beichte und Versöhnung / León Ramírez-Ausserer, Paul Halbritter STAIRWAY TO HEAVEN Public Self-training / Hatice Cinar, Jana Komatina, Isidora Lilic, Lucija Puljiz |
| 19:00 |
LIVE Seelengesang / Milica Vujadinovic |
| 19:30 |
SPIELRAUM: SPACE OF POSSIBILITY Eine immersive Erfahrung / Tobias Brossmann, Grayson Ruple |
| 20:00 |
MASKEN DIALOG Karton, Körper, Stadt - Kollektivausdruck / Miriam Strasser |
| 20:30 |
AFTER Rede / Milan Mijalkovic |
























26. JUNI — PERFORMANCE
| 18:00 |
UNGEHÖRT UNGESEHEN Filmisches Portrait / Sophia Klagian, Lisa-Marie Lambauer BLANK Fahnen-Prozession / Daniel Gorb, Luca Ligotti |
| 18:30 |
ANGST UND MUT Podiumsdiskussion im Lichthof der Kirche / Moderation: Ariadne Hinzen |
| 19:30 |
DIE GRENZE DES GUTEN GESCHMACKS Eine interaktive Installation der Schweigenden Mehrheit SCIENCE FICTION VANITAS Transhumanistische Performance von Time Gates [Ben G. Fodor, Dorothee Frank] |
| 20:00 |
UNTITLED FOR A NONSENSE Wenn die Leere zum Baumaterial wird... / Elisabeth Bakambamba Tambwe |
| 20:30 |
1, 2, 3 Superding Kseniia Nechai, Victoriia Chupachina SIGNIFIER Entscheidungsinstanz / Arina Nekliudova, Lucie Strecker DEMOKRATENSTAB Abschlussrede / Milan Mijalkovic |
12 | 19. | 26. Juni
|
HASENPROTEST Installation / Zoë Kaiser, Kathleen Kinzel, Annabelle Obrikatis |
|
LÖS BAR Wasserspender & Problemschredder / Mara Fehn, Maximilian Krismer |
|
PETITION – UNTERSCHRIEBEN 10.000 Unterschriften für NICHTS / Michaela Glaser, Laurids Hadler, Linn Schmit |

Ein Projekt von Milan Mijalkovic in Zusammenarbeit mit Christine Hohenbüchler und der Donaucity-Kirche.
Teresa Reiter - Projekt Management und Support
galerie gezwanzig - Mitorganisator Ausstellung POSITION + und Support
Irina Reichartzeder - Presse und Kommunikation
Thomas Kranabetter - Presse Support und Digital Support
Unterstützt und gefördert durch:

PRESSE
|
|
Downloads:
12.06.2026 Hurram-Tamtam / Fotos HQ
Foto Credits: Thomas Kranabetter
19.06.2026 Intervention / Fotos HQ
Foto Credits: Thomas Kranabetter
UNPLATZ Festival 2026 - Programm.PDF
UNPLATZ Festival 2026 - Video 9:16 I.MOV
UNPLATZ Festival 2026 Poster - 9:16 Format.JPG
UNPLATZ Festival 2026 Poster - 5:7 Format.JPG
UNPLATZ Festival 2026 Bild - 4:5 Format.JPG
UNPLATZ Festival 2026 Bild - 9:16 Format.JPG
UNPLATZ Festival 2026 Bild - 5:7 Format.JPG
UNPLATZ Festival 2026 Bild - 1:1 Format.JPG
UNPLATZ DDD - Die Donau Diagonale

Ein Text der Kirchengemeinschaft zum UNPLATZ! Festival 2026 und der Gruppenausstellung POSITION +
Liebe Kirchengemeinschaft,
bis einschließlich Sonntag, den 5. Juli 2026, ist in unserer Kirche „Christus Hoffnung der Welt“ die Ausstellung POSITION +im Rahmen des UNPLATZ! Festivals 2026 zu sehen. Kuratiert von Architekt und Künstler Milan Mijalkovic und Galerie gezwanzig, und getragen von zahlreichen Künstlerinnen, Künstlern sowie Architekturstudierenden der TU Wien (Institut für Kunst und Gestaltung 1), lädt diese Ausstellung zu einem offenen, kritischen und durchaus herausfordernden Nachdenken über unsere Gegenwart ein.
Manches, was in dieser Ausstellung gezeigt wird, mag irritieren. Manches mag verstören. Vielleicht berührt es auch christliche Empfindlichkeiten. Doch gerade darin liegt eine wichtige Aufgabe von Kunst – und auch eine zutiefst christliche Dimension: nicht nur zu schmücken, nicht nur zu beruhigen, sondern aufzurütteln, sichtbar zu machen, Widerspruch zu wagen und Fragen zu stellen, denen wir im Alltag vielleicht lieber ausweichen.
Denn war Jesus Christus selbst nicht auch ein zutiefst unbequemer Geist seiner Zeit? Hat er nicht bewusst provoziert, wenn es notwendig war? Jesus hat nicht provoziert, um Menschen zu verletzen oder Aufmerksamkeit, um der Aufmerksamkeit willen zu erzeugen. Aber er hat provoziert, wenn religiöse Gewohnheit zur Selbstgerechtigkeit wurde, wenn Macht sich hinter Frömmigkeit versteckte, wenn Menschen ausgeschlossen, verurteilt oder übersehen wurden.
Er heilte am Sabbat und stellte damit ein starres Gesetzesverständnis infrage. Er setzte sich mit Zöllnern, Sündern und Ausgegrenzten an einen Tisch und stellte damit gesellschaftliche und religiöse Grenzen infrage. Er sprach mit einer Samariterin, verteidigte eine Ehebrecherin, kritisierte die Heuchelei der Frommen und warf im Tempel die Tische der Händler um. All das war nicht angepasst, nicht bequem und sicher nicht konfliktfrei. Es war provokant – aber im Dienst der Wahrheit, der Barmherzigkeit und der Umkehr.
Christentum ist daher nicht nur Trost, sondern auch Auftrag. Es darf nicht bloß bestätigen, was ohnehin alle hören wollen. Es darf fragen, widersprechen, stören und herausfordern. Ein Christentum, das nie irritiert, nie aneckt und nie gesellschaftliche Missstände benennt, läuft Gefahr, harmlos zu werden. Jesus selbst hat uns gezeigt, dass Glaube nicht Flucht aus der Welt bedeutet, sondern wache Auseinandersetzung mit ihr.
Genau hier setzt die Ausstellung POSITION + an. Werke wie das Banner „DEMOKRATISCH GEKREUZIGT“, der Barockengel mit Maschinenpistole, der fragile UN-Helm oder die Arbeit „Only Slaves Go on Vacation“ stellen keine einfachen Antworten bereit. Sie öffnen vielmehr einen Raum des Nachdenkens: über Macht und Ohnmacht, Gut und Böse, Glauben und Zweifel, Demokratie und Manipulation, Frieden und Gewalt, Freiheit und moderne Abhängigkeiten.
Gerade im Kirchenraum erhalten diese Arbeiten eine besondere Spannung. Sie treten in Dialog mit einem Ort, der Hoffnung, Gebet und Gemeinschaft bedeutet. Aber Kirche ist nicht nur ein Raum der Stille. Sie ist auch ein Raum des Gewissens. Ein Raum, in dem die Zeichen der Zeit wahrgenommen und geprüft werden dürfen. Ein Raum, in dem wir uns fragen müssen, was uns abstumpfen lässt, was uns manipuliert, was uns gleichgültig macht – und wo wir als Christinnen und Christen wieder wacher, mutiger und klarer werden müssen.
Diese Ausstellung will niemandem den Glauben nehmen. Sie will ihn herausfordern. Sie will nicht zerstören, sondern zum Denken anregen. Sie ist ein Spiegel unserer Zeit – unbequem, vielschichtig und offen. Und vielleicht liegt gerade darin ihre geistliche Kraft: dass sie uns nicht fertige Antworten vorsetzt, sondern uns zum Hinschauen zwingt.
Lassen wir uns daher nicht vorschnell von Irritation abschrecken. Lassen wir uns ein auf diesen Diskurs zwischen Kunst, Glaube, Demokratie und Zeitgeist. Denn eine lebendige Kirche darf Fragen aushalten. Ein lebendiger Glaube darf herausgefordert werden. Und ein Christentum, das sich an Jesus orientiert, darf auch heute provokant sein – dort, wo Provokation der Wahrheit, der Menschlichkeit und der Hoffnung dient.
Gerade die Offenheit der Arbeiten macht POSITION + zu einem Ort des Diskurses – für Kunstinteressierte, Gläubige, Skeptiker, politisch Interessierte und alle, die sich mit den Herausforderungen der Gegenwart beschäftigen möchten.
© 2025 Milan Mijalkovic. All rights reserved.


