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Wien Donaustadt 

UNPLATZ!
Phase II
 
Um was es genau geht? Ein gemeinsames Ziel? Was sind die 17 Ziele der UN? Das solltest Du vielleicht schon wissen… Oder was ist dein Interesse? Hast du ein Ziel für dich bereits gewählt? Das Thema ist konkret: Öffentlichkeit und Grenze.

Der Ort, den wir mit gemeinsamen Ideen aktivieren, ist der Platz der Vereinten Nationen in der Donau City in Wien. Ein UNPLATZ! Schau dir das Ganze bitte genau an, das ist eine prägende Kulisse. Vorne - Die Weltorganisation, die Vereinten Nationen, “the UN”… Einewichtige Institution und hier geht es um vieles, um Kooperation, um Verhandlungen, um Weltall, um Ressourcen, um Resolutionen statt Eskalation, um Bildung und um Frieden…


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Künstlerisches Stegreif Entwerfen mit einer schnellen und intensiven Entwurfsphase bis Mitte April. Anschließend Realisierung. Feldforschungen, Untersuchungen und Interaktionen auf dem Platz der Vereinten Nationen. Betreuung und Bearbeitung findet vor Ort statt sowie an der Uni am Institut für Kunst und Gestaltung im Seminarraum 8.

Vorort ist geplant auch Arbeitsräume zur Verfügung zustellen - ein Feldforsch Atelier. Nach der Endpräsentation werden die Projekte realisiert und im Wochenrhythmus eröffnet. Für die Realisierung der Projekte ist auch ein Budget geplant.

Gruppenarbeit 2-4 Personen. Jede Gruppe erhält ein spezifisches Beobachtungsgrundstück bzw. Interessens-Ort (Promenade, Ins Eck, Jungle Bee etc..) auf dem Platz. Das gesamte Aktivierungs-Programm soll zusammen mit den Studierenden im Detail konzipiert werden. Die Lehrveranstaltung ist eine Kooperation mit APL / der Angewandte und wird teilweise mit Studierenden der Angewandten abgehalten.






Termine
Seminarraum 8
immer Donnerstags
10:00 – 15:00 Uhr

07.03.2024 Kick Off
14.03.2024 Jours fixes...
21.03.2024
11.04.2024
03.05.2024 Präsentation (Ausstellung der Ideen)

Danach Möglichkeiten der Realisation zu den gruppenweise besprochenenTerminen

03.05.2024 DAS GROSSE HURRAM TAMMTAM Eröffnung
10.05.2024 Kleine Bühne / Backstage
17.05.2024 Ins Eck
24.05.2024 Bus-Lesemuss
31.05.2024 Promenade
14.06.2024 Jungle Bee / To Do
27.06.2024 ALLESINEINEM Finissage
28.06.2024 Abbau (und 24.06.2024)



Mehr Info: 

Dieser Stadtteil ist exterritorial, geschützt und überwacht. An allen Seiten hohe Zäune, Stahl-Draht, Kameras, und erreichbar nur durch Kontrollen, Akkreditierungen und Schleusen für Besucher und für das Personal. Der Platz der Vereinten Nationen? Wenige haben davon gehört, in Wien ist dieser Platz unbekannt. Die U-Bahn bringt die meisten Menschen hier her - U1 Kaisermühlen – Vienna International Centre. Und die Busstation am Platz daneben ist für die meisten Wiener die einzige Verbindung mit dem Gelände. Von hier mit dem 92A sind gut erreichbar die Gänsehäufelstrände. Die Touristen aber von der U-Bahn Station über die Aristides-de-Sousa-Mendes-Promenade erreichen das Austria Center, Österreichs größtes Kongresszentrum und bleiben hier länger hängen.



Auf dem Platz selbst steht eine Kirche mit einem Glockenstuhl und einer Fassade aus Stahl. Rundherum, Wolkenkratzer, viele Büros, hoch übereinander gestapelt, versammeln an den Arbeitstagen viele Business-Leute. Aber diese Hochhäuser verstärken gleichzeitig die Donau Winde und produzieren starken Wirbel. Über die Promenaden, die zum Platz führen, bläst es oft - Maestral*. Hier ist kaum eine Seele zu finden, aber auf den schief stehenden Laternen mitten am Platz hängen genügend Aschenbecher-Müllkörbe, daneben einige Elektro-Scooter, dann mehrere gelbe Abfall-Tonnen und Gratis-Zeitung-Ständer. Da findest du Treppen, die nirgendwo ins Eck führen, räumliche Restl als vergessene grüne Wiesen, oder sogar Sitzstufen für ein Publikum am Rand von einer nie bespielten Bühne. Und nicht weit weg von da entfernt, unter den U-Bahn-Gleisen protestieren iranische Frauen für Menschenrechte. Seit 500 Tagen sind sie hier, in der Hitze und in der Kälte, untergebracht in Plastik-Zelte. Aber alles wird hier von allen ignoriert. Der Platz der Vereinten Nationen ist ein UNPLATZ und kein Begegnungsort. Der Platz der Vereinten Nationen, das ist zweifelsohne eine Buffer-Zone.

Und nicht zu vergessen, der UNO-City-Komplex wurde ‘79 eröffnet und heute, nach fast 50 Jahren, gibt es einen groben Sanierungsplan und ein Budget. Ein Großteil der Baukosten, etwa 360 Millionen, übernimmt die Republik, aber in der Öffentlichkeit entsteht bereits eine Debatte: Ist es das überhaupt Wert?

Die Problematiken müssen wir natürlich alle durchstudieren. Wir müssen aber mit einem relativ kleinen Budget schnell reagieren. Das Ziel ist, gemeinsame Wunder “kreativ” zu kreieren. Es ist aber wichtig, die Öffentlichkeit vor Ort im Auge zu behalten. Was können wir vor Ort machen, um eine Öffentlichkeit zu erschaffen? Was ist die Öffentlichkeit nochmal genau? Kommt das von der Antike? Die Öffentlichkeit ist keine App zum herunterladen… Es ist nicht binär, polar oder digital… Es ist auch keine klatschende Menschenmasse. Öffentlichkeit? Ein bloßes Publikum ist das nicht. Öffentlichkeit, bist zum Beispiel Du, sobald Du offen und frei sprichst. Die Öffentlichkeit entsteht, wenn man zuhört… Öffentlichkeit, das ist, wenn man sich und das Gegenüber wahrnimmt.

Wie ist die Öffentlichkeit zu erschaffen? Manchmal genügt eine einfache Ordnung, eine neue Perspektive oder ein Blick. Es entsteht auch oft, durch eine kleine Intervention. Man verbessert manchmal ein wenig - zum Beispiel nur das Licht. Oft genügt ein Symbol oder ein Wort, ein Geräusch oder ein Gedicht. Die Öffentlichkeit entsteht durch architektonisches Gestalten, aber auch durch Artikulieren und Reflektieren… durch ein Kunstwerk, durch eine Aufführung oder ein Objekt… Ein neuer Beginn… Für die Öffentlichkeit genügt es manchmal, wenn man miteinander bespricht oder gemütlich beisammen sitzt.

Wie ist das organisiert? Wir machen viel gemeinsam und so gut wie möglich, und jede/r hilft so gut wie er/sie kann, aber mache dir bitte keinen Stress… Suche dir deinen Interessens-Ort aus und überlege genauer, was du probieren würdest, was für dich dort nicht stimmt und überlege dir bitte auch, was du gut kannst. Wie könntest du helfen? Was bringst du mit und was willst du nehmen? Was kannst du für deine/diese Stadt machen? Hast du Lust? …und genügend Zeit?

Wir werden Stegreif entwerfen, das heißt, wir werden Ideen generieren, um Möglichkeiten und Lösungen schnell zu finden. Improvisieren heißt: Vorhersehen. Wir werden aber nicht über ALLES und ewig diskutieren… Wir werden viel machen, viel vorproduzieren und wir werden realisieren. Wir interagieren auf dem Platz. Wir werden planen, vermessen, zeichnen und ausprobieren, wir werden besprechen, forschen und organisieren, behördliche Wege absolvieren, verhandeln, wir werden bauen und montieren, wir werden aufräumen, ordnen… Wir üben Präsenz und wir werden gestalten und thematisieren.

264.259 Stegreifentwerfen UNPLATZ!
2024S, UE, 2.0h, 2.5EC




Copyright: Milan Mijalkovic, 2020